Reviews: New York - Deborah Masters at Maurice Arlos
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By Holland Cotter - Smack Mellon Studios
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“Women in Command”
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Missing Cloth’s No Cover-Up
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Blushing, Then Brushing, Artist Covers Nude Christ
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Hipster auf Asbest
Nur eins stört den industriellen Charme im Szeneviertel Williamsburg:
die Industrie
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“New York’s JFK Airport Opens a New Terminal”
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Blue Angel: The Decline of Sexual Stereotypes in Post-Feminist
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Chico
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Mural Modesty - After complaint, artist adds loincloth
to nude figure of Jesus - By Paul Mose
Newsday Copy- Profile- Sheila McKenna
“Visiting Artists & Scholars”
- Deborah Masters
California State University, Chico
Forsaken Warehouse District Is New York’s Latest Art Home
By Blake Gopnik
“New York in Review”
By Robert Mahoney
Women at War 1993
By Ruth Bass
X-rated Jesus given face-saving Y-fronts
JFK Catalogue Copy
LedisFlam
‘Trails of Showing Sculpture in Park’
“Three Sisters and a Rose Garden”
“Sister, Sister: Masters’ Final Sculpture
Project Looks Inward”
By Courtney Rastatter
“Sculpture’s New Location Solves Controversy”
By Lauren Dodge
“Sculpture Garden Receives an Angel”
New Yorker, Nancy Ramsey, Loft Tenants
Brooklyn Magazine
Brooklyn Artists, The Newest Left Bank
Amy Virshup, 1986
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DIE ZEIT - 46/2002
Hipster auf Asbest
Nur eins stört den industriellen Charme im Szeneviertel Williamsburg:
die Industrie
Thomas Fischermann
Das dritt-hippste Stadtviertel der USA liegt fünf Minuten von
Manhattan entfernt am Ufer des East River und heißt Brooklyn-Williamsburg.
Das hat kürzlich zumindest das sehr hippe Utne-Magazin beschlossen,
und es muss etwas dran sein: Die Wohnungen sind seit ein paar Jahren
ähnlich teuer wie die im edlen Greenwich Village, Szeneschuppen
namens Luxx oder Galapagos haben die düsteren Lagerhallen des
ehemaligen Industrieviertels erobert, Galerien für Hipster
und Fachgeschäfte für Schokoladencroissants (2,50 Dollar
das Stück) verdrängen die angestammten Nachbarschaftsläden.
Doch in der ganz persönlichen Stadtführung von Deborah
Masters spielt das schicke Nachtleben von Williamsburg keine Rolle.
"Sehen Sie diesen grün-weißen Sand da drüben?",
fragt sie und deutet aus dem Fenster ihres gigantischen Loftgebäudes,
gleich gegenüber dem Hafen von Brooklyn. "Das ist Asbest.
Und da drüben", ihre Hand wandert weiter nach rechts,
"liegt seit einem Jahr ein Grundstück brach. Sehen Sie
einen einzigen Grashalm? Nix. Da wächst überhaupt nichts
mehr."
Deborah Masters ist 51 Jahre alt und Künstlerin. Sie braucht
viel Platz, um ihre mächtigen Steinskulpturen zu meißeln,
und ist deswegen vor dreieinhalb Jahren nach Williamsburg gezogen.
Als es noch preiswert war. Deborah Masters ist halb Griechin, halb
Irin, und deshalb hat sie manchmal "ein ziemlich unausstehliches
Temperament" und will sich überall einmischen: erst im
örtlichen Gemeinderat und dann zunehmend in Umweltschutzorganisationen.
Denn der dritt-hippste Stadtteil der USA hält noch einen anderen
Rekord. Es ist das verschmutzteste Stadtviertel von New York und
vielleicht sogar von ganz Amerika. Altlasten von Industriebetrieben,
sieben Kraftwerke, Umladeplätze für Sondermüll. Eine
Kläranlage ohne ordentliche Abdeckung, eine Wiederaufarbeitung
für Hafenschlamm, Werften und Schrottplätze. Gebäude
voller Asbest und Bleifarben. "Weil sich jahrzehntelang keiner
gewehrt hatte", sagt Deborah Masters.
Denn fair ist es natürlich nicht, die Umwelt eines einzelnen
Stadtviertels so stark zu verschmutzen - und genau genommen auch
ungesetzlich. Doch Williamsburg war traditioinell ein Viertel für
Einwanderer aus Lateinamerika und Polen, für orthodoxe Juden
- ärmere Bevölkerungsgruppen, die selten zu ihrem Recht
kommen und obendrein selber in den "Pestschleudern" arbeiten.
"Im Bezirksrat sitzen immer noch diese alten Mitglieder",
regt Deborah Masters sich auf, "die sich nie im Leben mit einem
Industriellen oder einem Gebäudeplaner anlegen würden".
Sogar etliche Nachbarn, denen sie Flugblätter über verschmutzte
Luft in die Hand drücken wollte, lehnen dankend ab. "Die
wollen nicht mal wissen, worum es geht".
Doch das wird im neuen, hippen Williamsburg natürlich anders.
Auf die Künstler in ihren billigen Lofts sind die Galeristen
gefolgt, dann die Lifestyle-Jünger, Kneipiers, Tätowierer,
Journalisten, Wall-Street-Banker. Sie wollen den rauen industriellen
Charme der Gegend genießen, aber ohne Gesundheitsfolgen, sie
haben Sinn und Zeit für Bürgerinitiativen wie "Stop
the Barge" und "Neighbors Against Garbage" (Nachbarn
gegen den Müll"). Sie nerven die örtliche Niederlassung
des Umweltamtes zu Tode und klagen vor Gerichten gegen die angestammten
Unterehmen. Und so treiben sie den Wandel in Williamsburg voran:
besonders die Vertreibung der Ur-Einwanderer. "Etliche Fabrikbesitzer
haben längst gemerkt, dass sie durch Vermieten viel mehr Geld
machen können", berichtet Deborah Masters, und der Ärger
mit der Umwelt lässt sich so ebenfalls vermeiden. Eine Fabrik
nach der nächsten macht dicht, statt dessen sind Lofts in alten
Fabrikgebäuden und Lagerhallen für mehrere tausend Dollar
Monatsmiete im Angebot. Unbezahlbar natürlich für die
Einwanderer aus Lateinamerika oder Polen, aber deren Jobs gehen
bei der Sache ja sowieso drauf. "Gentrification" nennt
man diesen Prozess.
Für Deborah Masters ist es fast ein deja vu: Bevor die Künstlerin
nach Williamsburg zog, hatte sie in Dumbo gewohnt - einem kleinen
Stadtteil gleich unter der Manhattan Bridge. "Millionenschwere
Apartments" gebe es da heute, sagt Deborah Masters, über
die Jahrzehnte habe sich die Gegend vom düsteren Industriegebiet
zur respektablen Wohngegend gewandelt, "für Leute, die
gleich mitsamt ihren Kindermädchen eingezogen sind. Aber gesünder,
viel gesünder ist das Leben dort heute", sagt sie. Und
schaut sich, wie viele ihrer Künstlerkollegen, schon wieder
nach neuen Stadtvierteln um. Sie werden schon einen neuen, preiswerten,
umweltverschmutzten Platz finden, wenn Brooklyn-Williamsburg erst
teuer und sauber ist. Die Hipster folgen bestimmt schnell nach.
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